Chronik des Vereins
Die Geschichte der St. Hubertus Schützengilde Büren ist ein Spiegelbild der westfälischen Tradition, deren dokumentierte Wurzeln bis in die Zeit unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg zurückreichen. Offiziell datiert der Verein sein Gründungsjahr auf 1654, gestützt auf die älteste Plakette der Schützenkette, die den damaligen Bürgermeister von Gescher, Berndt Schlüter, als ersten König nennt. Die Wahl eines so hochrangigen Vertreters der Nachbargemeinde war ein bewusstes Zeichen, um die Verbundenheit zur Hauptgilde des Kirchspiels und die Bedeutung der Neugründung hervorzuheben. Historisch betrachtet fiel diese Wiederbelebung in eine Ära unter Fürstbischof Bernhard von Galen, der nach den Verheerungen des Krieges die Neugründung zahlreicher Schützenvereine förderte. Dennoch spricht vieles dafür, dass in Büren bereits im 16. Jahrhundert ein Vorgängerverein existierte. Da zu jener Zeit nahezu jede Bauernschaft Schützenfeste feierte und Nachbargilden wie jene in Tungerloh bereits 1503 nachweisbar sind, liegt nahe, dass auch Büren eine ältere, wenn auch schriftlich nicht mehr belegte Tradition besitzt.
In den ersten zwei Jahrhunderten nach der Neugründung war das Schützenwesen eng mit der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit verknüpft. Davon zeugen die Inschriften auf der Königskette, die oft fürstbischöfliche Beamte wie die Vögte Engelberten Creman (1659) und Diderich Ekerodt (1678) als Könige ausweisen. Auch im Jahr 1777 zeigt sich diese Verbindung durch den Königsschuss des fürstbischöflichen Jägers Gerhardus Erharz. In jenem Jahr wurde mit Elisabeth Vasman zudem erstmals eine Königin namentlich erwähnt, was eine Abkehr von der bis dahin üblichen Praxis darstellte, Schützenfeste ohne weibliche Regentschaft zu feiern. Dass über lange Zeiträume kaum Plaketten von einheimischen Bürenern vorhanden sind, erklärt sich durch die damaligen Gepflogenheiten: Die Anfertigung der silbernen Schilder war kostspielig und diente dem Verein gleichzeitig als materielles Guthaben. Daher waren oft nur auswärtige Könige verpflichtet, eine Plakette als „Gastgeschenk“ beizusteuern, während man in anderen Jahren ganz darauf verzichtete.
Das 19. Jahrhundert brachte für die Gilde tiefe Einschnitte, insbesondere während der französischen Besatzung zwischen 1806 und 1813, in der das Schützenwesen in ganz Westfalen weitgehend ruhte. Dennoch blieb die Tradition im Bewusstsein der Bevölkerung lebendig. Ein wertvolles Zeugnis hierfür sind die Tagebuchaufzeichnungen des Lehrers Heinrich Vennemann, der für das Jahr 1843 ein Schützenfest mit Königin Gertrud Revert dokumentierte, zu dem heute keine physische Plakette mehr existiert. Über die Jahrzehnte hinweg wandelten sich zwar die Schreibweisen der Namen und die Bräuche, doch die Verbundenheit zur Heimat blieb bestehen. Ein besonderer Meilenstein der jüngeren Geschichte war das 300-jährige Jubiläum im Jahr 1954, das mit einer Ehrenplakette der Gemeinde Gescher gewürdigt wurde und den Übergang in die moderne Ära des Vereins markierte, deren Geschichte sich in den Aufzeichnungen und Fotografien bis in die heutige Zeit fortsetzt.
Zum 350-Jährigen Jubiläum 2004 gab die St. Hubertusschützengilde Büren im Dezember 2003 ein Heimatbuch über die Bauernschaft heraus. Auf 290 Seiten und mit über 10.000 Einzelinformationen wird hierin die Geschichte der Bauernschaft von Christi Geburt bis heute erzählt. Die Chroniken der einzelnen Höfe und Häuser fehlen hier ebenso wenige wie die der in ihnen lebenden Familien.
Einen breiten Raum nimmt auch die Geschichte der St. Hubertusschützengilde ein. Hier kann die Chronik detaillierter studiert werden. Das Jubiläum 2004 regierten König Ludger Robert und Kaiser Franz Paschert zusammen mit Königin Elisabeth Lütke-Gehling und Kaiserin Aloysia Hüning. Oberst Hermann Clever und Präsident Willi Lütke-Gehling hießen Nachbarvereine, die in einem Sternenmarsch zum Festplatz marschierten in Büren herzlich willkommen.